Was ist eigentlich los?

Uns in Deutschland geht es sehr gut.
Es geht uns besser als unseren Großeltern,
die viel früher geboren wurden.
Viele Menschen haben Arbeit.
Alle Kinder können in die Schule gehen.
Wir können unsere Meinung sagen,
ohne ins Gefängnis zu kommen.

Aber trotzdem haben viele Menschen Angst.
Und viele Menschen sind unzufrieden.
Vielleicht glauben diese Menschen,
dass andere ihnen etwas wegnehmen.
Zum Beispiel ihre Arbeit oder ihre Wohnung.
Und in den Sozialen Medien gibt es viel Hass und Lügen.

Hier erfahren Sie mehr darüber, was Demokratie bedeutet.
Und was wir alle tun können, damit wir in der Gesellschaft gut zusammenleben.

Sie planen einen Workshop zum Thema „Digitale Demokratie“ in Einfacher Sprache.
Konkrete Ideen und Aufgabenbeispiele für Ihre Workshopteilnehmer erhalten Sie hier.
Moderationsleitfäden in Einfacher Sprache: Warum ist das wichtig?

Was ist Demokratie?

Was ist digitale Demokratie?

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Deutschland ist eine Demokratie. Doch was heißt das eigentlich, eine Demokratie zu sein? Der Begriff Demokratie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Herrschaft des Volkes. Vereinfacht gesagt, Macht und Regierung geht vom Volk, d. h. von den Bürgerinnen und Bürgern aus. In Deutschland leben knapp 83 Millionen Menschen. Demokratie bedeutet, alle diese Menschen haben die gleichen Rechte und Pflichten. Ein Recht ist es, wichtige Dinge mitzuentscheiden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich einzubringen und mitzuentscheiden: Erstens über Abstimmungen und Wahlen, zweitens über Demonstrationen, drittens über das Internet, z.B. über Online-Kommentare oder Online-Petitionen. Besonders das Internet bietet viele neue Möglichkeiten, um mitzubestimmen. Das heißt, aktiv an demokratischen Entscheidungen teilzuhaben. Deshalb ist digitale Demokratie ein wichtiger Teilbereich von Demokratie. Damit eine Demokratie funktioniert, braucht es gewisse Spielregeln, die jeder einhalten muss. Die wichtigsten Spielregeln sind in der deutschen Verfassung festgeschrieben, dem sogenannten Grundgesetz. Das Grundgesetz besteht aus 15 Abschnitten und 146 Artikeln. Einer dieser Abschnitte ist der Meinungsfreiheit gewidmet. Meinungsfreiheit heißt, jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern, solange sie nicht die Freiheit einer anderen Person einschränkt. Eine weitere für die Demokratie wichtige Freiheit ist die sogenannte Pressefreiheit. Pressefreiheit heißt, die Medien dürfen über alles berichten, was für die Öffentlichkeit wichtig ist. Eine Zensur findet nicht statt. Doch auch Medien müssen sich an geltende Regeln und Gesetze halten. Sie dürfen also nichts berichten, was falsch ist oder den Frieden in der Gesellschaft gefährdet. Mehr zu Demokratie und vor allem digitaler Demokratie finden Sie im folgenden Modul.

Die eigene Meinung finden

Manchmal hat man das Gefühl,
dass es zu viele Infos sind.

Was können Sie tun, wenn Sie mehr über ein Thema wissen wollen?

– Infos im Internet suchen auch in einfacher Sprache
– Freunde fragen, die sich auskennen
– Nachrichte­­n schauen.
Auch Nachrichten in einfacher Sprache,
die sind langsamer gesprochen.

Wenn andere Sie beeinflussen wollen

Einige Nachrichten werden geschrieben,
um Meinungen zu ändern.
Es kann auch sein, dass Lügen benutzt werden.
Zum Beispiel, damit Sie eine bestimmte Partei wählen.
Das heißt beeinflussen.
Oder es werden Hass-Nachrichten geschrieben,
damit jemand nicht mehr reagiert.

Hass-Nachrichten im Internet

Hass-Nachrichten in den Sozialen Medien können Beschimpfungen sein.
Das Problem für die Demokratie sind aber nicht private
Hass-Nachrichten.
Das Problem sind Hass-Nachrichten,
die andere Meinungen kaputt machen sollen.
Zum Beispiel, weil eine Person eine Meinung äußert.
Und diese Meinung nicht allen gefällt.
Wenn diese Person Hass-Nachrichten bekommt,
traut sie sich nicht mehr,
ihre Meinung offen zu sagen.
Eine Demokratie braucht verschiedene Meinungen
und Gespräche darüber.

Fake News

Fake News sind Lügen.
Zum Beispiel falsche Nachrichten und falsche Bilder.
Bilder, die mit der Nachricht nichts zu tun haben.
Das kann ein Problem für die Demokratie sein.
Zum Beispiel, wenn Fake News die Meinung von Menschen beeinflussen.
Damit man einer bestimmten Partei glaubt und sie wählt.
Aber oft kann man Fake News in den Sozialen Medien
nicht gut von wahren Nachrichten unterscheiden.
Und: Leider kann man sich Fake News gut merken.

Filterblase

In den Sozialen Medien kann man Menschen und Gruppen folgen.
Folgen heißt: Man mag diese Gruppen.
Die Technik ist so programmiert, dass man nur noch diese Nachrichten sieht.
Und andere Meinungen nicht mehr.
Das ist die Filterblase.
Für die Demokratie bedeutet das:
Man denkt, dass nur diese Nachrichten wichtig sind.
Oder dass es keine anderen Nachrichten gibt.
Für die eigene Meinung ist es aber wichtig,
viele Meinungen zu kennen.

Demokratie stark machen

Jeder kann etwas tun, um die Demokratie stark zu machen.
Alleine, in der Gruppe oder auch als Regierung.
Aber was?
Wir haben ein paar Beispiele beschrieben.

Fakten-Check

Wir haben schon gehört:
Es gibt viele Fake News in den Sozialen Medien.
Fakten-Check bedeutet:
Nachrichten prüfen und nach der Wahrheit suchen.
Das ist gut, weil man dann entscheiden kann,
ob die Nachricht stimmt oder nicht.
Und wenn Menschen wissen,
dass es einen Fakten-Check gibt, lügen sie weniger.

Wissen, wie das Internet arbeitet

Es ist gut, wenn wir alle wissen, wie das Internet arbeitet.
Zum Beispiel, dass es Filterblasen gibt.
Und dass nicht jeder ein Reporter ist, der etwas schreibt.
Und wie wir Fake News erkennen können.
Das können wir alle lernen.
Und dann besser aufpassen bei unseren Entscheidungen.

Eine eigene Meinung haben

Wenn Menschen bedroht oder beschützt werden,
brauchen sie Hilfe.
Auch damit andere sehen: Da stimmt etwas nicht!
Was kann man tun?
Man kann lernen, wie man auf Hass im Internet antwortet.
Man kann Hass-Nachrichten melden.
Zum Beispiel direkt bei Facebook.
Man kann schlimme Hass-Nachrichten bei der Polizei melden.

Ihre Stimme zählt

Wir haben heute etwas über Demokratie erfahren.
Auch über Demokratie im Internet.
Und wie wichtig es ist, eine Meinung zu haben.
Und diese auch zu sagen oder zu schreiben.
Nicht alles, was im Internet geschrieben wird,
ist auch eine Gefahr für die Demokratie.
Aber es kann Probleme für das Zusammen-Leben geben.
Zum Beispiel, wenn Menschen alles glauben,
ohne nachzudenken.

Übersetzung und Prüfung:
Agentur für Leichte Sprache, Lebenshilfe Bonn GmbH
Kessenicher Straße 216, 53129 Bonn