Das Darknet

WORKSHOP 25 MIN

Willkommen auf der dunklen Seite des Internets!

Sie planen einen 25-minütigen Workshop zum Thema „Darknet“. Wenn Sie weiterscrollen, finden Sie dazu passende Anregungen.

Konkrete Ideen und Aufgabenbeispiele für Ihre Workshopteilnehmer erhalten Sie hier.

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Das Darknet existiert neben dem uns bekannten Internet, dem Clearnet. Server und IP-Adressen werden im Darknet verschlüsselt, so dass eine Nachverfolgung des Datentransfers nahezu unmöglich ist. Dadurch können Nutzer anonym interagieren. Experten schätzen, dass das Darknet wesentlich umfangreicher ist als das Clearnet und pro Tag von mehreren Millionen Menschen weltweit genutzt wird. Webseiten können im Darknet nicht mithilfe konventioneller Suchmaschinen wie Google oder Bing aufgerufen werden. Die Suche erfolgt stattdessen über spezielle Darknet-Suchmaschinen wie Duckduckgo.onion oder Torch.onion sowie über Linklisten zu Webseiten im Darknet. Die Adressen der Webseiten im Darknet bestehen lediglich aus einer Kombination von Zahlen und Buchstaben, wie z. B. s35tz4h.onion. Im Darknet wird mit Kryptowährungen bezahlt. Die bekannteste Kryptowährung heißt „Bitcoin“. Es gibt noch weitere solcher Währungen, z. B. „Ethereum“  oder „Litecoin“. Bitcoins sind eine ausschließlich digitale Währung. Sie unterliegen extremen Wertschwankungen, da keine zentrale Stelle (z. B. eine Zentralbank) dafür verantwortlich ist. Bitcoins können legal bei Bitcoin-Händlern erworben und auch wieder in Echtgeld umgewandelt werden. Der Handel mit Bitcoins im Darknet wird anonym und mithilfe spezieller Peer-to-Peer-Anwendungen abgewickelt. Die Kryptowährung „Bitcoin“ spaltet die Meinungen der Bevölkerung ebenso sehr wie das Darknet selbst. So sind Bitcoins auf der einen Seite fälschungssicher, auf der anderen Seite bergen sie hohe Risiken (z. B. schneller Wertverlust). Der TOR-Browser ermöglicht das Surfen im Darknet, ähnlich wie der Internet Explorer im Clearnet. Das Symbol für den TOR-Browser ist die Zwiebel. Die vielen Schichten der Zwiebel stehen symbolisch für die Schichten, die die Daten bei der Verschlüsselung durchlaufen. Dadurch bauen sich die Webseiten relativ langsam auf. Dies dauert mitunter mehrere Minuten. Aber nur so entsteht eine anonyme Verbindung. Das Darknet wird hauptsächlich von zwei Personengruppen genutzt:<br><br>1. Personen, die anonym kommunizieren (z. B. Whistleblower oder politisch Verfolgte). Das Darknet ermöglicht es ihnen, sensible Daten auszutauschen, deren Aufdeckung unter Umständen die Gefährdung von Menschenleben zur Folge hätte.<br><br>2. Personen, die illegalen Geschäften nachgehen (z. B. Waffen- oder Drogenhändler). Durch die Anonymität möchten sie sich vor negativen, rechtlichen Konsequenzen schützen. Das Surfen im Darknet allein ist nicht strafbar, die Handlungen mitunter aber schon. Illegale Aktivitäten, wie z. B. Waffen- oder Drogenkäufe, können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, denn der verschlüsselte Datentransfer schützt nicht vollständig. Auch im Darknet gibt es mehrere Sicherheitslücken, die zur Aufdeckung der Identität des Nutzers führen können.
<strong>WHISTLEBLOWER</strong> <br> Beim Whistleblowing wird auf Missstände in Unternehmen, Regierungen, Verwaltungen etc.
  hingewiesen. Diese Missstände müssen von erheblicher Tragweite und von
  allgemeinem Interesse sein. Ein Whistleblower ist meist selbst Teil der Institution, über die er Informationen verbreitet, und berichtet über eigene Erfahrungen. Dabei riskiert er nicht nur
  seine Stelle, sondern muss auch mit Disziplinarmaßnahmen rechnen. <strong>JOURNALISTEN</strong> <br> Journalisten nutzen das Darknet zur Informationsbeschaffung und -veröffentlichung. Mittlerweile haben auch renommierte Zeitungen wie „The Guardian“ ein eigenes digitales Postfach im Darknet, um einen Austausch sensibler Daten zu ermöglichen. Auf diese Weise treten sie beispielsweise mit Whistleblowern in Kontakt. <strong>NUTZER UNTER ZENSUR</strong> <br> Menschen aus Ländern, in denen bestimmte Internetseiten wie Facebook oder Google zensiert werden, nutzen das Darknet, um diese Ländersperren zu umgehen. Im Darknet können sie sich frei bewegen. Dort ist es ihnen möglich, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, Informationen zu verbreiten und umgekehrt auch über aktuelle Entwicklungen informiert zu werden. <strong>POLITISCH VERFOLGTE</strong> <br> Das Darknet ist ein Ort zur Wahrung und zum Schutz der Anonymität für politisch Verfolgte. Die Gründe der politischen Verfolgung sind unterschiedlich: Sexuelle Orientierung oder die Kritik an der Regierung können schnell zur Bedrohung für Personen werden, welche in autokratischen Staaten leben. Diese Menschen haben im Darknet Raum, sich Gehör zu verschaffen, zu kommunizieren und – falls sie im Exil leben – ist dies der Weg zur Kontaktaufnahme mit Verwandten und Bekannten. <strong>MENSCHENRECHTLER</strong> <br> Menschenrechtler setzen sich überall dort ein, wo politische Missstände aufgedeckt oder Menschenrechte geschützt werden müssen. Sie nutzen zu diesem Zweck das Darknet, so zum Beispiel beim arabischen Frühling. Menschenrechtler können auch Oppositionelle oder Aktivisten sein, die Kritik am Staat äußern und im Sinne der Meinungsfreiheit ihre demokratischen Rechte vertreten.

WEDER GUT NOCH BÖSE

Wer das Darknet voreilig als böse abtut, der irrt: Genau das stößt Tobias Plate, Sprecher des Bundesinnenministeriums und Experte für Kriminalprävention, in seinem vielzitierten Interview über das Darknet an. Denn das Darknet per se ist „weder gut noch böse“.

Spiegel Online/ Foto: BMI Bertrand

ENDSTATION DARKNET

Ihre Reise durch das Darknet endet hier. Willkommen zurück im Internet (Clearnet)!